Die Faszien sind seit einiger Zeit so etwas wie die Newcomer im Fitness- und Gesundheitsbereich. Handelt es sich hier nur um einen weiteren Trend der Fitnessindustrie? Was steht hinter dem Faszientraining?

Was sind eigentlich Faszien?

Zunächst einmal sollten wir klären, was sich eigentlich hinter dem Begriff „Faszie“ verbirgt. : Sie bestehen bekannterweise aus verschiedenen Gewebestrukturen wie Knochen, Muskeln, Organen, Nervenzellen und so weiter. Haben Sie sich schon mal gefragt, warum das alles an dem Ort bleibt, wo es hingehört und warum Sie nicht einfach auseinanderfallen können?

Genau! Es gibt ein Gewebe, das  in Ihrem Körper alles zusammenhält: Eine Art des Bindegewebes. Und dazu gehören auch die Faszien. Ein Muskel muss, wenn er sich zum Beispiel zusammenzieht, die Kraft auch auf den Knochen übertragen. Diese Faszien kennen wir gut, die Sehnen. Wie alle Faszien bestehen auch sie aus kollagenen, also eiweißartigen Strukturen.

Um beim Muskel zu bleiben: Ein Muskel besteht aus kleineren Muskelbündeln, die wiederum in noch kleinere Muskelfaserbündel aufgetrennt sind. All diese Strukturen sind sozusagen von Faszien umhüllt. Unser gesamter Körper ist davon durchzogen, egal ob es sich um unsere inneren Organe, Knochen, Muskeln oder Nervenzellen handelt.

 Wie funktionieren die Faszien?

Sie wissen jetzt, dass sich Faszien durch Ihren gesamten Körper ziehen und dafür sorgen, dass all Ihre „Bestandteile“ an Ort und Stelle bleiben. Doch Faszien können noch viel, viel mehr. Ohne ein funktionierendes Fasziensystem wären Sie zum Beispiel zu vielen Bewegungen gar nicht in der Lage. Aus gutem Grund:

Denn Faszien sind neben ihrer Funktion als Strukturgeber auch in der Lage, Kraft zu speichern, wie eine Sprungfeder, und sie dann wieder abzugeben. Beim Dehnen merkt man oft einen federnden, elastischen Widerstand. Genau das ist die Spannung, die sich in der Faszie aufbaut.

Gut trainierte Faszien haben eine scherengitterartige Struktur, die maximale Reißfestigkeit und Dehnbarkeit ermöglicht. Außerdem sind gesunde Faszien mit reichlich Wasser durchsetzt und somit sehr geschmeidig. Untrainiert oder einseitig belastet verklebt diese Gitterstruktur, ist weniger dehnbar und wird anfälliger für schmerzhafte Risse. Auch die Geschmeidigkeit ist dann geringer, da weniger Wasser von der Faszie aufgenommen werden kann.

Körpereigene Sensorik – Die Körperwahrnehmung

Die Faszien übernehmen noch eine weitere Aufgabe für Sie: Sie stellen zum Beispiel fest, in welcher Position sich Ihre Gelenke befinden, wie stark die Spannung dort und in der umliegenden Muskulatur ist. Ein gut trainiertes Fasziensystem liefert Ihrem Gehirn sehr präzise Informationen über Ihren Körper. Das sieht man daran, dass Sie sich entsprechend fließend und harmonisch bewegen können. Durch diese detaillierte Rückmeldung werden Verletzungen vermieden, da fehlerhafte Bewegungen rechtzeitig unterbrochen werden können. Je weniger die Faszien trainiert worden sind, desto weniger Informationen über DIhren Körper kommen in Ihrem Gehirn an.

Das Trainieren Ihrer Faszien hat noch einen weiteren Vorteil. Um all die eben genannten Informationen übermitteln zu können, sind die Faszien mit deutlich mehr Nervenzellen ausgestattet als andere Strukturen. Schmerzen werden häufig in den Faszien selbst lokalisiert. Wahrnehmungs- und Schmerzsignale verhalten sich dabei wie Öl und Wasser: Sie verdrängen einander. Das Faszientraining dient also auch dazu, Schmerzen durch Wahrnehmung des Körpers zu überlagern und so nachhaltig aufzulösen.

Was bringt das Faszientraining?

Einige Vorteile wurden bereits genannt, ich fasse nochmal zusammen:  

  • Körperwahrnehmung wird geschult
  • Beweglichkeit wird verbessert
  • Bewegungen sind geschmeidiger und konrollierter
  • Schmerzen werden nachhaltig aufgelöst

Die verbesserte Körperwahrnehmung führt letztendlich dazu, dass Sie sich in Ihrer Haut wohler fühlen. Durch optimierte Bewegungsabläufe und eine perfekte Zusammenarbeit aller Komponenten in Ihrem Körper steigern Sie auch Ihre Leistungsfähigkeit im Training.

Viele Beschwerden und Schmerzen sind nicht auf mechanische Probleme in den Gelenken oder Verletzungen zurückzuführen. Oft liegt die Ursache in einer zu hohen Spannung oder Verklebung des Fasziensystems. Da diese sich durch Ihren gesamten Körper ziehen, kann eine Verklebung der Faszien in der Wade durchaus Nackenverspannungen und -schmerzen verursachen. Hier ist das Faszientraining ein sehr guter Ansatz, um schnell schmerzfrei zu werden und erneuten Beschwerden vorzubeugen. Meist lassen Schmerzen und Verspannungen schon bereits nach der ersten Anwendung deutlich nach.

Somit lohnt es sich, dass Sie Ihre Faszien pflegen und sie im Training gezielt mit ansprechen. Schon gewusst? Ein sehr gutes Faszientraining finden Sie zum Beispiel in der Elitary Club Kampfkunst.