Der Laufschuh nimmt beim Laufen eine zentrale Rolle ein. Wir beleuchten in diesem Artikel die wichtigsten Aspekte, auf die es beim Kauf eines Laufschuhes ankommt und wieso diese für Dich wichtig sind.

Warum brauchen wir einen Laufschuh überhaupt? Reicht es nicht aus, wenn man mit den normalen Turnschuhen los läuft? Hauptsache man bewegt sich?

Damit Sie richtig und gesund laufen können, ist es wichtig einen Laufschuh zu haben, der Ihren Fuß unterstützt und Sie vor Verletzungen schützt. Fehlstellungen im Fuß-, Knie- oder Hüftgelenk können von einem guten Laufschuh größtenteils ausgeglichen werden, sodass Schädigungen und Verschleiß (Arthrose) der Gelenke vermieden werden.

Laufschuh ist nicht gleich Der-zu-Ihnen-passende-Laufschuh

Dazu werfen wir einen kleinen Blick auf unsere Anatomie. Schauen wir von hinten auf unser Sprunggelenk, ist zu sehen, dass dieses im Idealfall mit unserem Fuß mittig aufkommt, während wir laufen oder gehen.

Jetzt kann es passieren, dass unser Fuß nicht sauber mittig aufkommt, sondern während der Abrollphase nach außen oder nach innen verkippt. Man spricht hier auch von einer Pronation (nach innen) bzw. einer Supination (nach außen) im Sprunggelenk.

Für beide Fälle gibt es Laufschuhe mit speziellen Stützen, um die Pro- bzw. Supination abzuschwächen.

Neben der oben angesprochenen Ausrichtung, wie Dein Fuß im Sprunggelenk verkippt oder eben nicht, kommen noch weitere wichtige Faktoren hinzu, die Sie bei Ihrer Entscheidung zum Kauf eines Laufschuhes mit einbeziehen sollten.

Auch die Ausrichtung Ihrer Beinachse hat einen Einfluss auf Ihren Laufschuh. Man unterscheidet hier zwischen drei Ausrichtungen:

Zusätzlich sollten Sie einen Blick auf Ihren Fuß selbst werfen. Hier kommen die unterschiedlichen Einflussfaktoren in Spiel:

Zu guter Letzt ist es auch wichtig zu wissen, wofür Sie Ihren Laufschuh brauchen. Auf welchem Untergrund wollen Sie laufen? Welches Ziel verfolgen Sie mit dem Laufen?

Ein Freizeitläufer, der hauptsächlich im Wald kurze Strecken läuft, wird mit einem ganz anderen Schuh glücklich als ein Wettkampfläufer, der pro Woche seine 35 bis 80km auf unterschiedlichen Untergründen läuft.

Welcher Laufschuh ist jetzt der richtige für mich?

Grob gefasst gibt es heute drei unterschiedliche Schuhtypen, die von den großen Unternehmen hergestellt werden: Den Neutralschuh, den Stabilitätsschuh und der Minimalschuh.

Der Neutralschuh

Neutralschuhe sind die klassischen Laufschuhe ohne korrigierende Stützen. Ausgelegt auf eine neutrale Fuß- und Beinanatomie, unterstützt der Neutralschuh die natürliche Laufbewegung und schützt vor Schädigungen der Gelenke mittels in der Sohle integrierter Dämpfungssysteme, die meist aus einem Kunststoffschaum oder aus einem speziellen Gel hergestellt sind. Durch einen gefütterten und stabilen Bereich um das Sprunggelenk herum wird das Gelenk unterstützt und im Falle eines Fehltrittes stabilisiert. Außerdem sind moderne Laufschuhe atmungsaktiv und vermeiden so den klassischen Schweißfuß.

Der Stabilitätsschuh

Stabilitätsschuhe sind, wie der Name vermuten lässt, dafür ausgelegt, den Fuß beim Laufen zu stabilisieren. Besonders wichtig ist diese Eigenschaft für Menschen, die zum Wegknicken des Fußes neigen. Wird der Fuß ungestützt auf langen Strecken belastet, kann es zu Schmerzen im Fuß, im Bein und in der Hüfte kommen und im Ernstfall sogar zu dauerhaften Schäden im Bewegungsapparat führen.

Um den Fuß entsprechend zu unterstützen, haben Stabilitätsschuhe einen etwas härteren Bereich in der Sohle, der den Fuß in eine gesündere Position drückt.
Vorsicht: Wer eine neutrale Fußhaltung beim Laufen hat und mit einem Stabilitätsschuh läuft, kann genauso die Gelenke schädigen. Stabilität bedeutet nicht automatisch, dass der Schuh besser ist.

Der Minimalschuh

Der Minimalschuh ist ein Trend, bei dem sehr darauf geachtet wird, so wenig Unterstützung oder Dämpfung wie möglich zu integrieren, um ein natürliches Laufen zu erreichen. Die Schuhe sind extrem leicht, haben meist nur eine dünne Sohle und dämpfen damit nur in geringem Umfang.

Welcher Schuh für Sie am geeignetsten ist, lässt sich nur durch eine Analyse Ihrer Anatomie und Ihrer Lauftechnik herausfinden. Wir empfehlen Ihnen dafür den Fachhandel oder einen unserer Personal Training360 Trainer zu befragen.

Laufschuhe habe ich, geht es jetzt los?

Jetzt habe ich also einen passenden Laufschuh, kann ich jetzt endlich loslegen?
Wir sagen: Nein. Denn obwohl Ihr Laufschuh die wichtige Basis für Ihren gesunden Lauf ist, kann er nicht eine gesunde Lauftechnik ersetzen.

Wenn Sie beispielsweise überwiegend mit der Ferse aufkommen, können Sie durch einen gut gedämpften Schuh zwar vor akuten Verletzungen geschützt werden, es finden aber trotzdem Stöße im Gelenk statt, die möglicherweise erst in einigen Jahren zu Ihrem Problem werden und dann irreparabel sind.

Zum anderen können Sie durch einen ungünstigen Laufstil das Kniegelenk und dessen Bänder hohen Belastungen aussetzen, was oft schon während des Laufens zu Schmerzen führt. Als Fußunterstützung konzipiert, ist hier auch ein noch so guter Schuh machtlos.

Wie eine ökonomische Lauftechnik aussieht und wie Sie diese erlernen können, ist in unserem Artikel 5 Tipps für eine bessere Lauftechnik nachzulesen.

Ebenso empfehlen wir Ihnen unseren Artikel zum Laufequiment. Hier erfahren Sie, welche Ausrüstung neben dem Laufschuh Sie zusätzlich bei Laufen unterstützen können.

Nach dem Schuhkauf ist vor dem Schuhkauf

Trainieren Sie mehrmals pro Woche, so ist es wichtig, mindestens ein weiteres Paar Laufschuhe zu haben und die beiden Schuhe abzuwechseln. Wie bei jeder Sportart gewöhnt sich Ihr Körper mit der Zeit an seine Belastung und eben auch an einen Schuh. Indem Sie den Schuh regelmäßig wechseln, setzen Sie neue Reize für Ihren Körper und fordern die Fußmuskulatur entsprechend stets aufs Neue. Dadurch können Sie z.B. Krankheitsbildern wie dem Plattfuß entgegenwirken.

Wenn Ihr Laufschuh etwa 1000 Kilometer gelaufen wurde, muss ein neuer her. Bei einer durchschnittlichen Laufleistung von 20km pro Woche mit einem Schuh entspricht das einem Zeitraum von etwa einem Jahr.

Der Schuh ist dann einfach „durchgelaufen“ und kann seinen Zweck nicht mehr im vollen Umfang erfüllen: Stützfunktionen, Halt und Dämpfung lassen zum Beispiel mit der Zeit spürbar nach.

Ganz wichtig: Da Ihre Füße und Beine durch das Laufen entsprechend trainiert worden sind, kann ein anderer Laufschuh jetzt auch entsprechend besser passen, darum kaufen Sie nicht einfach blind das gleiche Modell! Lassen Sie sich wieder professionell im Fachhandel oder von einem Personal Training360 Personal Trainer beraten.